Deine erste längere Rennrad- oder Graveltour: So bereitest du dich richtig vor
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Die erste längere Tour mit dem Rennrad oder Gravelbike ist etwas Besonderes. Vielleicht planst du zum ersten Mal 80, 100 oder sogar mehr Kilometer. Vielleicht möchtest du einfach deutlich länger unterwegs sein als bei deinen bisherigen Runden.
Dabei geht es nicht darum, möglichst viel Ausrüstung mitzunehmen oder jede Kleinigkeit perfekt zu planen. Ein paar Dinge machen auf einer längeren Tour aber einen großen Unterschied.
Vor allem Verpflegung, ausreichend Flüssigkeit, ein funktionierendes Reparaturset und eine realistische Routenplanung helfen dir dabei, entspannt unterwegs zu sein.
Wir zeigen dir, was du für deine erste längere Rennrad- oder Graveltour wirklich brauchst und worauf du unterwegs achten solltest.
Was gilt eigentlich als längere Radtour?
Das hängt stark von deiner bisherigen Erfahrung ab.
Wenn du normalerweise 30 bis 40 Kilometer fährst, können 70 Kilometer bereits eine lange Tour sein. Wer regelmäßig 80 Kilometer unterwegs ist, empfindet vielleicht erst 120 oder 150 Kilometer als lang.
Entscheidend ist deshalb nicht die absolute Distanz. Eine Tour wird vor allem dann anspruchsvoller, wenn du deutlich länger unterwegs bist als gewohnt.
Neben der Strecke spielen dabei auch andere Faktoren eine Rolle:
- Höhenmeter
- Untergrund
- Wind
- Temperatur
- Anzahl und Länge der Pausen
- verfügbare Verpflegungsmöglichkeiten
- dein persönliches Tempo
100 Kilometer auf flachem Asphalt können beispielsweise deutlich entspannter sein als 70 Kilometer Gravel mit vielen Höhenmetern.
Plane die Strecke realistisch
Gerade bei der ersten längeren Tour lohnt es sich, nicht direkt die größtmögliche Runde zu planen.
Wenn deine längste bisherige Ausfahrt beispielsweise 60 Kilometer lang war, musst du nicht sofort auf 150 Kilometer springen.
Eine moderate Steigerung gibt dir die Möglichkeit herauszufinden, wie dein Körper nach mehreren Stunden auf dem Rad reagiert.
Plane außerdem vorab:
- die gesamte Distanz
- die erwarteten Höhenmeter
- den Untergrund
- mögliche Wasserstellen
- Cafés, Tankstellen oder Supermärkte
- Möglichkeiten zum Abkürzen
- Bahnhöfe oder andere Rückfahrmöglichkeiten
Gerade bei einer neuen Strecke kann es beruhigend sein, einen Plan B zu haben.
Navigation vorher vorbereiten
Auf einer kurzen Runde ist eine falsche Abzweigung meist kein großes Problem. Bei einer längeren Tour können sich zusätzliche Kilometer dagegen schnell bemerkbar machen.
Deshalb solltest du deine Route möglichst vor der Fahrt planen und auf deinem Navigationsgerät speichern.
Ein Fahrradcomputer kann dabei besonders praktisch sein. Modelle von Wahoo, Garmin oder Hammerhead zeigen dir die Route direkt am Lenker und informieren dich über Abzweigungen. Bei vielen Geräten kannst du zusätzlich Höhenprofile, verbleibende Distanz und weitere Informationen anzeigen lassen.
Das Smartphone kann ebenfalls navigieren, verbraucht bei dauerhaft eingeschaltetem Display und GPS aber relativ viel Akku.
Für längere Touren ist ein Fahrradcomputer deshalb häufig die entspanntere Lösung.
Iss, bevor du Hunger bekommst
Einer der häufigsten Fehler auf längeren Radtouren ist zu wenig oder zu spät zu essen.
Auf einer kurzen Feierabendrunde kannst du problemlos ohne zusätzliche Verpflegung auskommen. Nach mehreren Stunden auf dem Rad sieht das anders aus.
Dein Körper verbraucht kontinuierlich Energie. Wartest du mit dem Essen, bis du bereits starken Hunger oder einen deutlichen Leistungseinbruch bemerkst, kann es schwierig werden, diesen Rückstand wieder aufzuholen.
Deshalb gilt eine einfache Regel:
Beginne früh mit der Verpflegung und iss regelmäßig kleine Mengen.
Für eine längere Tour eignen sich zum Beispiel:
- Bananen
- Müsliriegel
- Energieriegel
- belegte Brote
- Reiswaffeln
- kleine Sandwiches
- Trockenfrüchte
- Gels für Situationen, in denen du schnell Energie benötigst
Du musst dabei nicht ausschließlich spezielle Sporternährung verwenden.
Gerade auf entspannten langen Touren funktionieren Lebensmittel gut, die du gerne isst und problemlos verträgst.
Wie viel sollte ich auf einer langen Radtour essen?
Eine pauschale Menge passt nicht zu jedem Fahrer und jeder Tour. Intensität, Körpergewicht, Temperatur und Dauer spielen dabei eine Rolle.
Für die erste längere Ausfahrt ist vor allem wichtig, überhaupt regelmäßig Kohlenhydrate zuzuführen.
Statt drei Stunden nichts zu essen und anschließend sehr viel auf einmal, ist es meistens angenehmer, alle 20 bis 40 Minuten eine kleine Portion zu essen.
Teste außerdem neue Riegel, Gels oder Getränke nicht erst auf deiner längsten Tour.
Was auf dem Papier gut klingt, muss dein Magen während mehrerer Stunden Bewegung nicht automatisch gut vertragen.
Trinken nicht vergessen
Auch beim Trinken solltest du nicht darauf warten, bis du starken Durst bekommst.
Wie viel Flüssigkeit du benötigst, hängt stark von Temperatur, Intensität und persönlichem Schwitzverhalten ab.
Bei warmem Wetter steigt der Bedarf deutlich.
Für längere Touren solltest du deshalb bereits bei der Planung überlegen, wo du deine Flaschen nachfüllen kannst.
Das können sein:
- Tankstellen
- Supermärkte
- Cafés
- öffentliche Trinkbrunnen
- andere verlässliche Wasserstellen entlang deiner Route
Bei Hitze oder starkem Schwitzen können Getränke mit Elektrolyten sinnvoll sein.
Wichtiger als das perfekte Getränkepulver ist jedoch zunächst, dass du überhaupt ausreichend Flüssigkeit dabeihast und regelmäßig trinkst.
Nimm immer Flickzeug mit
Ein platter Reifen gehört zu den häufigsten Problemen unterwegs.
Gerade bei einer längeren Tour solltest du deshalb nicht darauf hoffen, dass schon nichts passieren wird.
Ein kleines Reparaturset nimmt wenig Platz ein und kann verhindern, dass deine Tour nach einem einzigen Defekt endet.
Zur Grundausstattung gehören:
- Ersatzschlauch
- Reifenheber
- kleine Pumpe oder CO₂-Pumpe
- passender Pumpenkopf für dein Ventil
Auch wenn du Tubeless fährst, empfehlen wir einen Ersatzschlauch.
Kleinere Löcher kann die Dichtmilch häufig selbst verschließen. Bei einem größeren Schnitt im Reifen reicht sie jedoch möglicherweise nicht mehr aus.
Dann kannst du einen Schlauch einsetzen und zumindest bis nach Hause oder zur nächsten Werkstatt weiterfahren.
Sinnvolles Werkzeug für unterwegs
Neben dem klassischen Flickzeug lohnt sich ein kleines Multitool.
Es sollte zumindest die wichtigsten Innensechskantgrößen für dein Fahrrad enthalten.
Damit kannst du unterwegs beispielsweise:
- einen lockeren Flaschenhalter festziehen
- die Sattelhöhe korrigieren
- einen verdrehten Lenker richten
- kleinere Einstellungen vornehmen
Für längere oder abgelegenere Graveltouren kannst du dein Reparaturset erweitern.
Sinnvoll sein können zusätzlich:
- Tubeless-Plugs
- Kettenschloss beziehungsweise Quick Link
- kleines Kettenwerkzeug
- Ersatz-Schaltauge
- Kabelbinder
- ein kleines Stück Panzertape
Du musst daraus keine mobile Werkstatt machen. Überlege einfach, welche Defekte du unterwegs realistisch selbst beheben kannst.
Wo kommt das ganze Zeug hin?
Trikottaschen reichen für eine kurze Tour meist aus.
Wenn Ersatzschlauch, Werkzeug, zusätzliche Verpflegung, Powerbank und vielleicht noch eine leichte Jacke hinzukommen, wird es jedoch schnell eng.
Eine kleine Rahmen- oder Satteltasche kann deshalb sehr praktisch sein.
Bei Paceheads findest du verschiedene Bikepacking-Taschen für Rahmen, Lenker und Sattel.
Für eine normale Tagestour brauchst du nicht direkt ein komplettes Bikepacking-Setup.
Eine kleine Rahmentasche eignet sich beispielsweise sehr gut für:
- Ersatzschlauch
- Multitool
- Pumpe
- Powerbank
- Riegel und Snacks
Eine größere Satteltasche bietet zusätzlich Platz für eine leichte Regenjacke oder weitere Kleidung.
Kleidung: Lieber flexibel bleiben
Auf längeren Touren kann sich das Wetter verändern.
Morgens startest du vielleicht bei kühlen Temperaturen, mittags wird es deutlich wärmer und auf einer längeren Abfahrt kann es plötzlich wieder unangenehm kühl werden.
Flexible Kleidung ist deshalb besonders praktisch.
Je nach Wetter können sinnvoll sein:
- leichte Windweste
- Regenjacke
- Armlinge
- Beinlinge
- dünne Handschuhe
Eine dünne Weste nimmt beispielsweise kaum Platz ein und kann auf langen Abfahrten einen großen Unterschied machen.
Schau dir vor der Tour den Wetterbericht für die gesamte Strecke und den gesamten Zeitraum an, nicht nur für den Startpunkt am Morgen.
Fahr am Anfang bewusst ruhiger
Eine lange Tour fühlt sich auf den ersten Kilometern oft überraschend einfach an.
Genau deshalb ist es verlockend, zu schnell loszufahren.
Was sich nach einer Stunde locker anfühlt, kann nach vier oder fünf Stunden deutlich anders aussehen.
Versuche deshalb, gerade am Anfang bewusst etwas ruhiger zu fahren.
Du solltest das Gefühl haben, dass du dieses Tempo noch viele Stunden halten könntest.
Bei Anstiegen lohnt es sich ebenfalls, nicht jeder Gruppe oder jedem schnelleren Fahrer hinterherzufahren.
Die Energie, die du in der ersten Hälfte sparst, wirst du später meistens gut gebrauchen können.
Mach Pausen, aber passend zu deiner Tour
Pausen gehören zu langen Radtouren dazu.
Flaschen auffüllen, etwas essen oder einfach fünf Minuten vom Rad steigen kann sehr angenehm sein.
Sehr lange Pausen können allerdings dazu führen, dass du auskühlst oder anschließend nur schwer wieder in deinen Rhythmus findest.
Eine gute Strategie kann deshalb sein, lieber mehrere kurze Pausen einzuplanen.
Natürlich gibt es Ausnahmen. Eine lange Café-Pause kann schließlich auch genau das sein, was deine Tour ausmachen soll.
Nicht jede lange Ausfahrt muss ein Training sein.
Musik und Podcasts auf langen Touren
Nach mehreren Stunden auf dem Rad kann Musik oder ein Podcast für Abwechslung sorgen.
Gerade im Straßenverkehr solltest du deine Umgebung dabei weiterhin gut wahrnehmen können.
SHOKZ Sportkopfhörer setzen auf ein offenes Hörkonzept. Der Gehörgang bleibt frei, sodass Umgebungsgeräusche grundsätzlich besser wahrnehmbar bleiben als bei stark abschirmenden In-Ear-Kopfhörern.
Das kann auf langen Solo-Ausfahrten angenehm sein, wenn du beispielsweise einen Podcast oder Navigationshinweise hören möchtest.
Trotzdem gilt: Die Lautstärke sollte immer so gewählt sein, dass du Verkehr, andere Radfahrer und Warnsignale weiterhin deutlich hören kannst.
Denk an den Akku
Je länger du unterwegs bist, desto wichtiger wird das Thema Stromversorgung.
Typische Geräte auf einer langen Tour sind:
- Smartphone
- Fahrradcomputer
- Kopfhörer
- Fahrradlicht
- elektronische Schaltung
Lade deshalb am Abend vorher alles vollständig auf.
Bei sehr langen Touren oder älteren Smartphones kann zusätzlich eine kleine Powerbank sinnvoll sein.
Achte auch darauf, dass deine Route bereits auf dem Fahrradcomputer gespeichert ist. So bist du nicht vollständig auf eine aktive Mobilfunkverbindung angewiesen.
Packliste für deine erste längere Rennrad- oder Graveltour
Am Fahrrad
- zwei gefüllte Trinkflaschen
- Fahrradcomputer oder andere Navigation
- funktionierende Beleuchtung bei entsprechender Tourdauer
Reparatur
- Ersatzschlauch
- Reifenheber
- Pumpe oder CO₂-System
- Multitool
- bei Tubeless zusätzlich Tubeless-Plugs
Verpflegung
- mehrere kleine Snacks
- ausreichend Kohlenhydrate
- Geld oder Karte für Nachschub
- gegebenenfalls Elektrolyte
Persönliche Dinge
- Smartphone
- Ausweis
- Bankkarte oder Bargeld
- Sonnencreme
- bei Bedarf leichte Jacke oder Weste
Für längere Graveltouren oder abgelegenere Strecken kannst du zusätzlich Kettenschloss, Kettenwerkzeug und weiteres Reparaturmaterial einpacken.
Produkte vorher auf deinen eigenen Touren testen
Gerade bei Fahrradcomputern, Bikepacking-Taschen oder Sportkopfhörern merkst du oft erst nach mehreren Ausfahrten, ob ein Produkt wirklich zum eigenen Setup passt.
Wie gut lässt sich der Fahrradcomputer bedienen? Passt die Rahmentasche an dein Fahrrad? Stört sie beim Treten? Sitzt der Kopfhörer angenehm zusammen mit Helm und Brille?
Im Paceheads-Abo kannst du ausgewähltes Sportequipment über eine feste Laufzeit in deinem eigenen Alltag testen.
So kannst du dein Setup nicht nur einmal ausprobieren, sondern auf mehreren unterschiedlichen Touren nutzen und herausfinden, was wirklich zu dir passt.
Fazit: Gute Vorbereitung schlägt möglichst viel Ausrüstung
Für deine erste längere Rennrad- oder Graveltour brauchst du kein perfektes Setup.
Viel wichtiger sind einige grundlegende Dinge.
Plane deine Route realistisch. Fang früh mit dem Essen und Trinken an. Fahr am Anfang etwas ruhiger, als du eigentlich könntest. Und nimm zumindest einen Ersatzschlauch, Reifenheber, eine Pumpe und ein kleines Multitool mit.
Alles Weitere hängt von deiner Strecke ab.
Ein Fahrradcomputer kann die Navigation entspannter machen. Eine Bikepacking-Tasche schafft Platz für Werkzeug, Kleidung und zusätzliche Verpflegung. Und auf langen Solo-Touren können offene Sportkopfhörer für etwas Unterhaltung sorgen.
Die beste Vorbereitung entsteht jedoch mit Erfahrung.
Nach deiner ersten längeren Tour weißt du ziemlich genau, was du beim nächsten Mal mehr, weniger oder anders einpacken möchtest.
Und genau darum geht es: rausfahren, ausprobieren und mit jeder Tour ein bisschen besser wissen, was für dich funktioniert.
Equipment für deine nächste Tour testen
Entdecke Fahrradcomputer, Bikepacking-Taschen, SHOKZ Kopfhörer und weiteres Equipment im Paceheads-Abo.