Virtuell geht viral – Radrennen in den Zeiten des Virus

Paceheads Zwift Events

Zwift hat es vorgemacht, andere Veranstalter wie IRONMAN auf der Plattform ROUVY zieht nach. Die Rede ist von virtuellen Radrennen. Hier hat die Corona-Krise einige Überraschungen parat. Wer hätte noch vor Monaten gedacht, dass professionelle Radfahrer und Triathleten sich bei 25°C Außentemperatur auf dem Indoortrainer die Köpfe heißtreten. Wer hätte gedacht, dass sich professionelle Radteams bilden, nur für den Zweck virtuell gegeneinander anzutreten? Wer hätte gedacht, dass Klassiker wie Mailand-San Remo tausende auf eine computeranimierte Strecke lockt oder die Triathlon-Ligen in der ZWIFT TRI SERIES in Partnerschaft mit Paceheads ihre Rennen im Internet austrägt?

Doch wie in meinem ersten Blogbeitrag vor ein paar Wochen, in dem ich die provokante These aufgestellt habe „Rollefahren, ist das noch Radfahren oder kann das weg“, frage ich mich umso mehr: Radrennen, die von Zuschauern und Emotionen leben, vom direkten Kampf jeder gegen jeden, um taktische Komponente und zu guter Letzt um Radbeherrschung, dies alles nach drinnen verlegen, kann das gutgehen?

Man schaut sich die Tour-de-France an oder die Klassiker, den Ironman Frankfurt und den Challenge Roth. Tausende Leute an der Strecke, die bei Wind und Wetter Stunden verharren und Tage campen um ihre Helden einen Bruchteil einer Sekunde vorbei rauschen zu sehen und sie nach vorne zu peitschen. Es ist die Stimmung, das Gefühl dazu zu gehören und zum Erfolg einer Veranstaltung beizutragen. Und ich als Athlet muss sagen, es ist ein großer Teil! Stellt euch nun vor, dies würde entfallen. Jeder sitzt daheim vor dem Bildschirm und ein Avatar quält sich die Berge hoch. Um einen herum das leise Rauschen des Ventilators. Nein, es ist nicht das Gleiche. Aber heißt das automatisch, es bereite keine Freude, es ist nicht auch aufregend?

Kurz vor dem Start eines solchen Rennens. Ich schalte zum ersten Mal ein. Erst einmal nur als Zuschauer. Die Sekunden werden abwärts gezählt. Live eingeblendet die Wattwerte und der Puls der Profis. Es ist ein virtuelles Radrennen, es geht um absolut nichts und dennoch mit jeder Sekunde, die rückwärtsläuft, steigt der Puls der Athletinnen und Athleten. Ja auch mein Puls steigt. Es sind computeranimierte Figuren, ich bin auch Triathlon-Profi, dennoch, dort stehen die Besten der Welt, auf alle Kontinente verteilt, so weit weg und doch alle versammelt und vereint. In diesem Moment bin ich einfach nur Radsport-Fan in Wettkampfstimmung. Zwift-Rennen sind meist kurz. 20 Minuten, halbe Stunde. Ich schau mir das ganze Rennen gebannt an. Wirklich viel passiert nicht. Kommentare und Einblenden der Leistungsdaten sind noch ausbaufähig und könnte man spannender gestalten. Dennoch wende ich meinen Blick nicht vom Bildschirm ab.

Virtuelle Radrennen bei Paceheads. Paceheads Athlet auf dem Bike-Trainer.

Die Tage danach gibt es viel Kritik zu lesen. Von Betrug der Wattwerte oder des Körpergewichts ist die Rede. Selbst wenn man sich beim Wiegen filmt, das Netz an der Kalibrierung des Powermeters teilhaben und zur Verifikation einen Zweit-Leistungsmesser mitlaufen lässt, weiß jeder, dass sich verschiedene Trainer und Powermeter von ihren Wattwerten deutlich unterscheiden. 100% fair wird es nicht zugehen, da kann der Veranstalter machen was er will. Das ist einerseits schade, aber nimmt es den Spaß der Athleten? Die meisten sieht man spätestens eine Woche später wieder an der Startlinie stehen. Es geht um nichts und dennoch sitzen sie in ihren Wohnzimmern und ballern sich das Laktat in die Beine. Und auch wenn nicht immer der Beste gewinnt, hat jeder am Ende sein Bestes gegeben.

Ja, es ist eine verrückte Zeit, die verrückte Dinge hervorbringt. Daher mein Fazit: Virtuelle Radrennen sind nicht so gut wie echte, aber definitiv mehr als nur „besser als nichts“.

Solche Rennen gibt es nicht nur für professionelle Athleten. Für jeden, der über einen Rollentrainer und einen Leistungsmesser verfügt, gibt es zahlreiche Angebote. Wer noch keinen Trainer hat, schaut am besten zuerst in unserem Shop, alle andere direkt bei unseren Paceheads Trainingsausfahrt jeden Mittwoch und sonntags dem Pacheads-Zwift-Rennen vorbei. Denn zusammen trainiert und racet man weniger allein.

Bis dahin, bleibt gesund

Euer Elias von Paceheads


Paceheads Elias

Elias
Paceheads Profi-Triathlet & Coach.

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