STRYD Strike two: Die Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte

Stryd Leistungsmesser an einem weißen Schuh

Ein paar Wochen sind seit meinem letzten Blog-Artikel über den STRYD-Wattmesser fürs Laufen vergangen. Meine erste Erfahrung war durchweg positiv: einfaches Handling, intuitives ablesen von Werten, simple Auswertung. Dennoch benötigt man, wie bei jedem technischen Gerät, seine Zeit, in die Details einzusteigen, die Werte einordnen und schätzen zu lernen. Und natürlich, um Vertrauen aufzubauen. Denn glaubt man den Werten nicht, oder meint man es selbst besser zu wissen, ist das Gerät witzlos und der Fußpod nur zusätzlicher Ballast. Hat man aber erst einmal seine Skepsis abgelegt, entdeckt man, in allen Belangen zweifellos, von Tag zu Tag neue Features und Auswertemöglichkeiten und der Wow-Effekt steigt immer weiter. So war es zumindest bei mir: Zeit für ein Update.

1. Recap: Was bisher geschah

STRYD hat als erster Firma nunmehr in dritter Generation einen Wattmesser auf den Markt gebracht, der den Laufsport revolutioniert. Neuerdings mit eingebautem Wind-Sensor macht der Fußpod den Läufer nicht nur unabhängig von topografischen Gegebenheiten, sondern pflegt nun auch Windeinflüsse in die Kalkulation der Wattwerte ein. Ein perfektes Tool für das am besten steuerbare Lauftraining, das du je hattest.
Der STRYD-Wattmesser funktioniert nicht wie sein Pendant auf dem Fahrrad über die direkte Messung der verrichteten Arbeit pro Zeit, sondern über die Kalkulation des Watt-Wertes durch verschiedene Parameter anhand von Beschleunigungssensoren. Verständlich, dass hier und da die Skepsis gegenüber solchen Werten anfangs noch vorhanden ist. Hatte STRYD in den ersten Modelljahren noch seine Schwierigkeiten, akkurate Werte auszugeben, sind inzwischen bei der neuesten Generation alle Rezensionen durchweg positiv. Aber sind die Watt-Angaben wirklich so akkurat, um künftig mein Pacing nicht mehr nach Geschwindigkeitsangaben, sondern nach Leistung zu gestalten?

STRYD Leistungsmesser an einem weißen Schuh mit orangen Clip
Stryd Running Pod

STRYD Leistungsmesser

Laufen nach Watt, für 4 Wochen selbst testen.

2. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Vertrauen ist die Basis für jede Art von Beziehung. Dies gilt auch zwischen dem STRYD-Wattmesser und mir. Um ein solches aufzubauen, fange ich an Werte gegenüberzustellen, auszuwerten und auf Plausibilität zu untersuchen. Das ständige abgleichen der Watt-Zahlen mit der aktuellen und durchschnittlichen Pace im flachen Gelände, über dem Vergleich des Körpergefühls gegenüber der Power an Anstiegen, bis zur Kontrolle während des windigen Bahntrainings gehörte die letzten Wochen zu meiner Laufroutine. Gefolgt wurde es dann mit der Auswertung am Computer. Training-Sessions wurden nebeneinander gestellt, Watt-Werte mit Höhenmetern und Wind verglichen. Ich hielt Ausschau nach Unregelmäßigkeiten und suchte Abweichungen. Fündig wurde ich nicht. Inzwischen bin ich mir sicher: Ich weiß zwar immer noch nicht wie, doch der STRYD-Sensor kann was und zwar mehr als ich in der Lage bin auszulesen und zu verstehen.

Ja, gestern habe ich es tatsächlich getan: Ich habe die Geschwindigkeitsangabe und die Durchschnittspace von meiner Uhr verbannt.
Der STRYD-Wattmesser funktioniert nicht wie sein Pendant auf dem Fahrrad über die direkte Messung der verrichteten Arbeit pro Zeit, sondern über die Kalkulation des Watt-Wertes durch verschiedene Parameter anhand von Beschleunigungssensoren. Verständlich, dass hier und da die Skepsis gegenüber solchen Werten anfangs noch vorhanden ist. Hatte STRYD in den ersten Modelljahren noch seine Schwierigkeiten, akkurate Werte auszugeben, sind inzwischen bei der neuesten Generation alle Rezensionen durchweg positiv. Aber sind die Watt-Angaben wirklich so akkurat, um künftig mein Pacing nicht mehr nach Geschwindigkeitsangaben, sondern nach Leistung zu gestalten?

Hier sieht man die Analyse im STRYD Power Center eines 10km Wettkampf-Lauf. Blau ist meine Pace, Orange meine Power.

3. Körpergefühl oder Technik? Du musst Dich nicht entscheiden!

Wie jede technische Neuerung gibt es auch für den Lauf-Wattmesser kritische Stimmen. Alteingebackene Technikverweigerer werden sagen, das Körpergefühl gehe durch den Sensor verloren. Hier habe ich sogar eine gegenteilige Erfahrung gemacht. Mir persönlich hat der STRYD-Pod geholfen mein Körpergefühl auf das nächste Level zu heben. Bereits nach ein paar Wochen passte ich einige Angewohnheiten beim Laufen an. Inzwischen laufe ich bergauf langsamer und bergab schneller, gegen den Wind entspannter und mit Rückenwind intensiver, bei möglichst konstanter Wattzahl. Ein Blick auf meine Uhr ist oftmals dabei gar nicht mehr nötig. Ich schaue trotzdem gerne. Es bringt einfach so viel Spaß!

4. Critical Power: die funktionale Leistungsschwelle

Dass nicht nur die Läuferin oder der Läufer sich auf STRYD, sondern auch umgekehrt STRYD seine Zeit braucht, um sich auf seinen Nutzer einzustellen, verdeutlicht gut der Wert der Critical Power, also der Leistung, die du fähig bist, eine Stunde all out durchzulaufen. Quasi das Pendant zum FTP auf dem Rad.

Anhand der gewonnen Daten durch lockere Dauerläufe, Tempoläufe oder Wettkämpfe, berechnet die Software deinen individuellen Wert und passt ihn mit jedem Lauf an. Anfangs sind große Sprünge keine Seltenheit. Wann die berechnete kritische Leistung deinem tatsächlichen Leistungsstand entspricht, hängt stark von den vergangenen Laufeinheiten ab. Der Wert ist nur so gut, wie die Daten mit dem du ihn fütterst. Rennst du direkt bei der ersten Einheit eine Stunde am Anschlag, wird die daraus resultierende Wattzahl genau mit deiner Lauffähigkeit über eine Stunde übereinstimmen. Läufst du ausschließlich locker, wird ein plausibler Wert schwer zu erreichen und die Critical Power meist zu gering angesetzt sein. Doch auch für jene, die sich keine Stunde quälen wollen, hat STRYD einen Test entwickelt, ähnlich zu den zahlreichen, die man zur Bestimmung der FTP auf dem Rad zuziehen kann. Doch selbst das ist nicht unbedingt notwendig. Ich persönlich habe den Test nicht absolviert und habe mich einfach in Geduld geübt. Nach einigen Tempoläufen und Intervallen und dem ein oder anderen lockeren Lauf, war es so weit. Die Critical Power ist nach wenigen Wochen schon so gut, dass ich ihn fürs Pacing eines 10-km-Wettkampfs mit Erfolg herangezogen habe. Änderungen gibt es seither nur noch wenige. Und wenn, dann erkläre ich mir diese am liebsten mit meiner gesteigerten Fitness.

STRYD Leistungsmesser an einem roten Schuh

5. Power-Zonen

Hat sich die Critical Power erst einmal auf einen stabilen Wert eingependelt, lässt sich anhand der Power-Zonen dein angestrebter Leistungsbereich für verschiedene Laufeinheiten ablesen. Ein schönes Hilfsmittel für deine Trainingssteuerung, nicht nur wenn Hügel oder Wind Begleiter auf deinen Lauftouren sind. Auch für lockere, flache Läufe lohnt es sich durchaus hin und wieder einen Blick darauf zu werfen. Viele setzen immer noch das Tempo ihrer lockeren Läufe zu hoch und das der schnellen Läufe zu niedrig an.

6. Power Duration Curve

Ein nettes Tool auf der Powercenter-Auswertungsplattform ist die Power Duration Curve. In wählbaren Zeitabschnitten ist dort in einem Diagramm deine persönliche Bestleistung über der Laufdauer aufgetragen: von einer Sekunde bis zur Dauer deines längsten Laufs. Somit lässt sich ablesen, welche maximale Leistung für eine bestimmte Dauer erreicht wurde. Es ist ein Motivator sich ab und an die Entwicklung anzusehen, wenn auch eher eine Spielerei. Denn für Berechnungen der Wettkampf-Wattzahl gibt es ein eigenes Programm.

7. Race Calculator

Dank des Race Calculators von STRYD gehört das Überpacen bei Wettkämpfen der Vergangenheit an. Natürlich nur in der Theorie. Der Faktor Mensch spielt in der Kalkulation keine Rolle. STRYD berechnet dir jede Leistung, die du in der Lage sein solltest über die angegebene Distanz zu absolvieren. Neben der Critical Power wird hierzu auch die Power-Duration-Kurve herangezogen, was den Vorteil gegenüber herkömmlicher Wettkampfzeitrechner hat, dass ein genauerer Ermüdungsfaktor einberechnet wird. Ihr werdet staunen, wie nah eure gelaufenen Bestzeiten ausgegeben werden und könnt in Erfahrung bringen, welche Bestzeit ihr als nächstes angreifen solltet. Getoppt wird das Ganze noch durch die Möglichkeit die Strecke des nächsten Laufes einzuspeisen und sich anhand des Höhenprofils automatisch die angestrebte Leistung und Pace für jeden Streckenabschnitt auslesen zu lassen. Das ist schlichtweg genial und bereits ein Grund für sich, weshalb sich der Kauf des STRYD-Sensors lohnt!

Als Beispiel habe ich die Lauf-Strecke des Ironman-Hawaii hochgeladen und mir die Leistung ausrechnen lassen, was ich in der Höhe, Temperatur und Luftfeuchtigkeit von Big Island laufen müsste, um den Lauf-Streckenrekord (2:39:45 h) von Patrick Lange einzustellen. Es sind 333 Watt. Jetzt weiß ich wenigstens, auf was ich hintrainieren muss.

Inzwischen Ärgere ich mich noch nicht einmal im Wettkampf über hügelige oder windige Strecken. Bestzeit sind für Anfänger, denke ich mir am Start des 10-km-Berglaufs. Der Wind pfeift mir von vorne entgegen. Ich freue mich. Die neue Devise lautet: Es gilt keine Zeiten mehr zu schlagen, sondern Wattwerte!

Habt ihr Fragen oder Anmerkungen, dann schreibt uns. Ansonsten ab in unseren Shop. Risikofrei testen und bei Gefallen gleich behalten. Aber seid gewarnt. Einmal mit STRYD gelaufen, wollt ihr es nie wieder ohne tun.

Euer Elias von Paceheads

Elias
Paceheads Profi-Triathlet & Coach.

© 2020 - Paceheads GmbH. All Rights Reserved. Made with ❤ by WebArtisan

Scroll to Top