Wie man seine Partnerin oder seinen Partner dazu bringt, Radsport zu lieben

Radsport lieben Titelbild

Kürzlich las ich einen Artikel mit dem Thema, ob sich Gegensätze anziehen oder gleich und gleich sich gerne gesellen. In Partnerschaften läuft es, so lässt sich der Beitrag kurz zusammenfassen, in den meisten Fällen auf die Gemeinsamkeiten heraus, ob sie von Dauer Bestand hat. Natürlich werden und müssen nie alle Interessen übereinstimmen. So kommt es vor, dass man während einer bestehenden Beziehung seine Partnerin oder seinen Partner überzeugen möchte, der eigenen Begeisterung zu folgen. Geht man jedoch nicht fürsorglich und geschickt vor, kann das Projekt leicht für alle Seiten frustrierend enden. Hier meine DIY-Anleitung, wie du deine Partnerin oder deinen Partner dazu bringst, Radsport zu lieben.

Schritt 1: Suche dir die beste Anleitung heraus

Herzlichen Glückwunsch. Indem du das hier liest, hast du den ersten Schritt bereits erfüllt.

Schritt 2: Begeisterung

Dass sich Ehepartner mit der Zeit ähnlicher werden, kommt nicht von ungefähr. Begeisterung steckt an! Erzähle von deinen Erlebnissen und Eindrücken. Teile deine kleinen Freuden der Tour. Berichte von Innovationen, die dich begeistern. Diskutiere Materialfragen, aber übertreib es nicht.

Schritt 3: Besorge das richtige Material

Ein entscheidender Punkt, jemanden davon zu überzeugen Rad zu fahren, ist das richtige Material. Mit richtig ist keinesfalls der Kauf des Teuersten und Besten gemeint, das schreckt Anfänger häufig ab, während ein Haufen Schrott den Spaß schon vorneherein trübt. Ein fortgeschrittener Radfahrende weiß häufig nicht, was ein Anfänger möchte und was ihm zu viel erscheint. Andersherum merkt der Anfänger erst, was er verpasst hat, wenn er es ausprobiert hat. Ein richtiges Maß ist Typsache. Technik am Anfang kann einschüchternd wirken, auf der anderen Seite motivierend. Oftmals bilden Leih- oder Mietprodukte, wie hier bei Paceheads, das richtige Mittel. Ohne durch hohes, finanzielles Investment den Druck zu erhöhen, lässt sich auf ausgezeichnetes Material auf dem aktuellen Stand der Technik zurückgreifen. Radcomputern oder sogar Laufrädern und Powermeter heben den Spaßfaktor von Anfang an auf ein hohes Level. Und ja, für den Anfang tut es auch der Skater-Helm und das Baumwoll-Shirt!

Schritt 4: Langsam uns stetig

Langsam, damit ist nicht nur das Tempo gemeint. Es dauert manchmal Jahre, bis eine Passion sich entwickelt. Auch wenn es anfangs nur bei einer kurzen, gemeinsamen Radtour alle paar Wochen bleibt, kann ein Funken durchaus noch ein Feuer entfachen. Ermuntere deine Partnerin oder deinen Partner immer wieder, ohne fordernd zu werden. Während der Tour: Überschätze Deinen Begleiter nicht. Als langjähriger Radsportler wirst Du ein gewisses Fitness-Level erreicht haben, das bezüglich Länge und Geschwindigkeit der Ausfahrt Anfängern vor große Schwierigkeiten stellt. Fühlt dein Begleiter sich durch den ständigen Druck, schneller fahren zu müssen, gehetzt, wird es sicher keine zweite Tour geben. Lass ihn das Tempo bestimmen und fahre immer mindestens eine halbe Reifenbreite hinter ihm. Pausen an einer Bank im Grünen oder dem Gipfel eines Berges sind nur für den Leistungssportler vergeudete Trainingszeit, für alle anderen wertvolle Erholung und ein Grund erneut aufs Rad zu steigen. Stelle deine Ansprüche zurück. Am Ende wirst du dafür belohnt werden.

Schritt 5: Stress vermeiden

Situationen, die für eine geübte Radfahrerin und einen geübten Radfahrer gewöhnlich sind, führen beim Beginner häufig zu Stress. Enge Kurven, schlechte Straßen, viel Verkehr, aber auch das Windschatten- oder Fahren in der Gruppe muss geübt sein. Führe deine Partnerin oder Partner langsam dorthin ein. Wähle für den Anfang leichte und verkehrsarme Strecken. Nach einer Weile kannst du Gruppenfahrten vorschlagen, aber erwarte sie nicht. Auch Klickpedale, für den eingeschworenen Rennradfahrenden ein Muss, birgt zusätzliche Nervosität im Straßenverkehr. Jede Kreuzung und Ampel werden aus Angst vor dem „Umfall“ zur Strapaze. Eine Tour lässt sich somit nur schwer genießen.

Schritt 6: Sei stolz

Sei stolz auf deine Partnerin oder Partner, auf ihre/seine Leistung und erzähl es ihr/ihm und den Freunden und Verwandten. Der Kilometerdurchschnitt und die gefahrene Distanz sind dabei irrelevant. Erst kommt die Motivation, dann der Fortschritt. Merkst Du den Spaß deines Gegenübers, können leckere Gele, Regenerationsprodukte, tolle Bekleidung, eine Sportuhr, ein Brustgurt oder ein neuer Helm für den extra Kick für weitere gemeinsame Fahrten sorgen.

Schritt 7: Ziele setzten

Anfangs ist es schwer zu verstehen, Stunden durch die Gegend zu fahren, um letztendlich wieder am Ausgangspunkt anzukommen. Als leidenschaftlicher Radsportler sehe ich das zwar anders, manchmal hilft es der Psyche dennoch sich ein örtliches Ziel zu setzten, das es zu erreichen gilt. Das könnte der Besuch bei den Schwiegereltern, ein schönes Café am Fluss oder der Gipfel eines Berges sein. Wenn es irgendwann so weit ist und leistungsorientierte Ziele (ein KOM, ein Zeitfahren…) gesetzt werden, sei unterstützend, setzte diese jedoch nicht für jemand anderen oder setzte sie in keiner Weise voraus. Falls ein weiterer Leistungssprung durch einen externen Coach erfolgen soll, sei nicht böse, wenn die Wahl nicht auf Dich fällt. Eure Beziehung wird es euch danken.

Schritt 8: Gemeinsam Indoor

Ja, Radsport ist in erster Linie eine Outdoor-Aktivität und ich hätte es früher nie gewagt, einen Neuling auf einen Indoor-Trainer zu setzen. Nach zwei Minuten wäre aus Langweile das Projekt Radsport beendet gewesen. In Zeiten von virtueller Trainingsplattformen ist jedoch alles anders. Beispielsweise Zwift bietet tolle Features für gemeinsame Aktivitäten, wie der wöchentlichen Paceheads-Gruppenausfahrten jeden Mittwoch. Beim benötigten Material ist die Miete und mögliche Übernahme eines guten Bike-Trainers, wie hier bei Paceheads, auch die besser Wahl, als der Kauf eines billigen Modells. Gerade bei Intervallen, intensiven Einheiten oder Zwift-Rennen, lässt sich die Leistungsdifferenz ausgleichen und somit gemeinsam schwitzen. Zusammen, jeder bei seinem Tempo.

Ich freue mich von Euch zu hören, ob ihr Erfolg hattet, eure Begeisterung für den Radsport weiterzugeben. Wenn nicht, bleibt geduldig. Gemeinsam Radsport lieben, es lohnt sich!

Euer Elias von Paceheads


Paceheads Elias

Elias
Paceheads Profi-Triathlet & Coach.

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